"Korrelationen" - Beschreibung der Arbeit
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Die Performance

Was Kandinsky zu erforschen versuchte, war der gemeinsame Nenner aller Künste, ihre Korrelationen und die „Übersetzbarkeit“ der einen Kunstgattung in die andere. (siehe auch unter "Historische Bezüge").

Kranemann und BrindlArt stellten am 26. September 2003 in der Performance "Korrelationen" mit Originaltexten von Kandinsky, Originaltexten und Klängen von Schönberg und Elementen moderner Klangexperimente, Bezüge zur heutigen Multimediakunst und heutigen Malerei her.

Anhand Kandinskys Bildanalyse seines Bildes Komposition Nr. IV von 1911 malten Kranemann und BrindlArt ein 4 x 6 m großes Bild, indem sie auch ihre Körper als Pinsel einsetzten.  -  Geplante, überlegte, dynamische und spontane Malaktion zur akustischen Begleitung der Texte und Klänge.

Kandinskys Analyse zur Komposition Nr.IV

1. Massen (Gewichtsmassen):
 
Farbe unten Mitte - Blau (gibt dem Ganzen kalten Klang)
  oben rechts - getrenntes Blau, Rot, Gelb
Linie oben links - schwarze Linien der Pferde im Knoten
unten rechts - langgezogene Linien der Liegenden
2. Gegensätze
  der Massen zur Linie,
des Präzisen zum Verschwommenen,
des Linienknotens zum Farbenknoten und Hauptgegensatz: spitze, scharfe Bewegung (Schlacht) zu hell-kalt-süßen-Farben.
3. Überfließungen
  der Farben über die Konturen.
Das vollkommene Konturieren nur der Burg wird überschwächt durch das Hineinfließen des Himmels über die Kontur.
4. Zwei Zentren:
  1. Linienknoten,
2. modellierte Spitze des Blau
sind voneinander durch die zwei senkrechten schwarzen Linien abgeteilt (Spieße).
Die ganze Komposition ist sehr hell gemeint mit vielen süßen Farben, die oft ineinander fließen (Auflösung), auch das Gelb ist kalt. Dieses Hell-Süß-Kalte zum Spitz-Bewegten (Krieg) ist der Hauptgegensatz im Bilde. Hier ist, scheint mir, dieser Gegensatz noch stärker, aber dafür auch härter (innerlich), deutlicher, was als Vorteil das präzisere Wirken hat und als Nachteil eine zu große Deutlichkeit dieser Präzisität.
   
  Hier liegen zugrunde folgende Elemente:
1. Zusammenklang ruhiger Massen miteinander.
2. Ruhige Bewegung der Teile hauptsächlich nach rechts und nach oben,
3. hauptsächlich spitze Bewegung nach links und nach oben.
4. Der Widerspruch in beiden Richtungen (in der Richtung nach rechts gehen kleinere formen nach links u. dgl.).
5. Zusammenklang der Massen mit den Linien, die bloß liegen.
6. Gegensatz der verschwommenen Formen zu den konturierten (also Linie als Linie und als Kontur, wo sie auch als Linie mitklingt).
7. Das Überfließen der Farbe über die Grenze der Form.
8. Das Überwiegen des Farbenklangs über den Formklang.
9. Auflösung.
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