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72 Stunden
Multimediale Kunst Moritzstr.14 Denkdimensionen von und mit Kranemann + BrindlArt
Kunst produzieren vor
Publikum
Die Idee „72 Stunden Multimediale Kunst“
wurde aus der Überlegung heraus geboren, Kunst für jedermann als
Ereignis zu inszenieren und nicht in einer geschlossenen Ausstellung
einem geladenen Publikum zu präsentieren. "72 Stunden multimediale Kunst" dient zur Erforschung von Bild, Sprache, Klang, Bewegung. "72 Stunden multimediale Kunst" bricht die verkrusteten Räume der zeitgenössischen Kunst auf, sucht Schnittflächen und neue Aktionsfelder der Künste und fördert eine neue geistige Verständigung. Der dazu geschaffene nötige „Umraum“ im Alltagsraum wird je nach Forschungsansatz und künstlerischen Intention gewählt. "72 Stunden multimediale Kunst" drängt sowohl Künstler, als auch Rezipienten in eine neue Rolle. "72 Stunden multimediale Kunst" soll sich als fester Bestandteil in der Kunstszene etablieren.
Die Künstler:
Ihre künstlerische
Arbeit ist geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Geistigen in der
Kunst und der zentralen Frage, was Kunst heute in unserer Gesellschaft
leisten zu leisten hat. In den darauf folgenden Jahren entwickelte sich eine intensive gemeinsame künstlerisch-gesellschaftliche Forschungsarbeit, in der multimediale Kunst als Ausdrucksform im Vordergrund der Auseinandersetzung stand. Der Reiz der Multimediainszenierung von Kranemann und BrindlArt liegt in der neuen Weise der Annäherung an den öffentlichen Alltag. Malaktionen, wobei die Körper ebenso als gestalterisches Mittel eingesetzt werden, wie Farbe und Klang, Textkollagen, Videoprojektionen und Film. Das gemalte und mit den Körpern und Farbe komponierte Bild wird zur Bühne des Denkens.
Die künstlerische Entwicklung von Kranemann und BrindlArt
siedelt sich in Bereiche der Forschung und Erprobung gemeinsamer Nenner
und der Übersetzbarkeit der einen Kunstgattung in die andere an.
Die Kunst und ihr gesellschaftlicher Auftrag
Viele Künstler und Philosophen weisen den
„gesellschaftlichen“, wie auch den „politischen Auftrag“ der Künste ab
und meinen, Kunst müsse frei sein, auch gegenüber ihrer Gesellschaft.
Der Rückblick in die Geschichte zeigt aber immer wieder erfrischend das
Gegenteil, nämlich den engen Bezug und die Verwobenheit von Kunst und
Gesellschaft und ihrer Wirklichkeit. Heute scheint die Kunst keinen Bezug mehr zum Alltag, zur Realität, zum Menschen da draußen zu haben. Die Kunst ist, aus der Sicht der Gesellschaft betrachtet, frei, hat sich aber in sich selbst gefangen. So steckt sie im unvergleichbaren Dilemma, in einer Art Kreisverkehr, in dem sich viele Künstler tummeln und im Laufe der Zeit immer mehr werden. Der künstlerische Markt ist übersättigt von „Pseudo-Kunst-Werken“, die von Menschen, die sich im Selbstfindungsprozess befinden, in Massen produziert werden. Die K u n s t in ihrer wahren Bestimmung hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine erkennbare Aufgabe mehr. Aufgaben, die die Kunst in vielen Jahrhunderten inne hatte, werden heute von technischen Hilfsmitteln übernommen. Viele Künstler verbünden sich mit Softwareentwicklern in der verzweifelten Hoffnung, ein paar Werke via Internet an den Konsumenten im globalen Netz zu bringen. Virtuelle Galerien sprießen aus dem digitalen Boden, um jäh wieder unterzugehen, weil das Interesse auch hier fehlt. Das wenige Geld, das dem Mittelstand heute noch zur Verfügung steht, wird nicht in „Kunstwerke“ angelegt. Die moribunde Kunst muss endlich beginnen, sich aus der gesellschaftlichen und –noch wichtiger- aus ihrer eigenen Isolation zu befreien, muss nach neuen Aktionsfeldern und Schnittflächen in der Gesellschaft suchen, muss ihre Aufgaben klar definieren und nicht minder artikulieren, sonst werden in naher Zukunft alle Aufgaben der Kunst von anderen übernommen und Kunst existiert dann nur noch in Museen, die wir alsbald auch alle virtuell besuchen können. Kunst heißt nicht "Bilder malen und an die Wand hängen". Kunst heißt nicht, Kindern in der Schule beizubringen, wie man vorgefertigte Schablonen ausmalt. Der Aufruf alleine zum kreativen Handeln reicht nicht aus, um die Bedeutung von Kreativität für den Menschen und den Fortschritt einer Gesellschaft zu unterstreichen. Bedingungen zu schaffen, damit Kreativität sich entfalten kann, ist eine der zentralen Aufgaben der zeitgenössischen Kunst.
72 Stunden
multimediale Kunst "72 Stunden multimediale Kunst" heißt 72 Stunden an einem Ort zu sein und zu arbeiten.
"72
Stunden multimediale Kunst"
2002“,
„Angriff auf das Denken“,
in der Huppertsbergfabrik: Kunstaktion mit Bildhauern, Malern,
Performancekünstlern, Videokünstlern, Musikern und Schauspielern. (1) Die ersten „72 Stunden multimediale Kunst 2002“ in einer alten, unrenovierten und leer stehenden Schnürsenkelfabrik war als reines Experiment geplant und durchgeführt. Kranemann + BrindlArt haben dort mit mehreren befreundeten Künstlern aus vielen künstlerischen Sparten ein erstes Happening organisiert. Im Zentrum der Überlegung stand die Erprobung der künstlerischen Zusammenarbeit unterschiedlicher Kunstformen über einen konzentrierten und festgelegten Zeitraum. (2) Die Überlegung, „72 Stunden multimediale Kunst 2003“ in ein Kino zu verlegen, war ursprünglich künstlerisch schwer einzuordnen. Aus forschungstechnischen Gründen aber ein optimaler Ort. Der Besucher, der das Kino mit der Intention betritt, sich entspannt in den Kinosessel zu setzen, wird schon am Vorplatz und dann auch noch im Foyer des Kinos mit Objekten und Menschen konfrontiert, die nicht erwartet werden und mit Kino nichts zu tun haben - eine Müllskulptur aus Wuppermüll, eine rote Tür, bemalte Anzüge, ein ausgestopfter Hase und Objekte an der Glasfassade, eine Badewanne, ein bemalter Flügel, Betten und Schrebergartenkultur im Foyer. Abstrakte Farbklänge und abstrakte Klangfarben. Visuelle und akustische Akzente diffus wahrnehmen aus dem Augenwinkel. Der Besucher wird als Rezipient eingesetzt und nimmt so, wie der Künstler, eine differente Position ein. Das aushängende Programm „72 Stunden Kunst “ mit einer breiten multimedialen Show unterbreitet dem Besucher die Möglichkeit, sich abends ab 20.00 Uhr kostenfrei in einem Kinosaal der Kunst zu ergeben. Filmische Dokumentationen der Arbeit der Künstler, der Umgebung und der Reaktionen, die von einem Kameramann fast ununterbrochen aufgezeichnet wurden, wurden dann ab 20.00 Uhr im Kinosaal 4 gezeigt. Diese Dokumentationen wurden mit experimentellen Klängen untermalt und in Abwechslung mit vorbereiteten absurden und künstlerischen Filmdokumenten der Künstler vermengt und dem Publikum vorgestellt. Der interessierte Besucher hatte also Gelegenheit, die Arbeit und den künstlerisch gestalteten „Umraum“, medial „nach-zu-erleben“.
72 Stunden Multimediale Kunst 2008 NRW - Tag Wuppertal 29.-31. August 2008 Fabrik Elba Wuppertal- Elberfeld Moritzstr.14 2. Etage links
„Denkdimensionen Kunst“ Beschreibung der Aktion in der alten Elba-Fabrik. In das Szenario „72 Stunden multimediale Kunst 2008“, eine Aufeinanderfolge von visuellen und akustischen Ereignissen, filmisch dokumentiert, multimedial präsentiert, binden sich die beiden Aktionskünstler ein und werden ein Teil von ihr. Die zwei Aktions- und Multimediakünstler und Musiker Kranemann + BrindlArt arbeiten mit der Umgebung, den Menschen, mit verschiedensten Ideen und mit sich selbst, 72 Stunden lang vor Ort. Nachts, nach Beendigung der künstlerischen Arbeit wollen die Künstler schlafen. Sie nennen es „Kunstschlafen“. Der Vorgang des „Schlafens“ wird künstlerisch akzentuiert, indem, während die Künstler tatsächlich schlafen, eine generierte Computerstimme wissenschaftliche Texte über die Physiologie des „Schlafes“ rezitiert. Der Schlaf wird filmisch dokumentiert und tagsüber auch präsentiert. Vor Ort werden an verschiedenen Positionen Malflächen und Aktionsräume vorbereitet, wo 72 Stunden lang die unterschiedlichsten Kunstaktionen stattfinden: Klassische Malerei, Aktionsmalerei, Farbperformances, Farbaktionen, Klangperformances, Klavierkonzert, Videoprojektionen, Sprachexperimente, Klangexperimente, Bildanalyse, Gesellschaftsanalysen, klassische Performances, Lese-Performance, Diskussionsrunden, Klang und Tanz,..
Aktives Handeln, passive Präsentation, Interaktion, Farbe,
Klang und Texte. Collagen, Bilder, Ausstellung. Zusammenarbeit
mit Gästen, z.B.
Programmvorentwurf,
Ideen, Stichworte, Zeiten, Kurzbeschreibung
Fotodokumentation
Filmdokumentation Konkret
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