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Müllkunst |
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Müllplastik - Müllperformance - Müllkunst Ästhetisierung von Abfallprodukten Poesie des Mülls – Stöbern in Zwischenwelten |
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Ästhetischer Wertekanon Da es im Kern der
künstlerischen Arbeit bei Kranemann und BrindlArt immer um das Geistige in
der Kunst geht, darf man auch deren Auseinandersetzung mit dem Thema
Abfallprodukte und Müll nicht isoliert betrachten. Müllkunst und Abfallkunst ist
nicht als Mahnung an unsere Müllgesellschaft zu werten oder allein als
Sinnbild des Konsums zu verstehen. Auch geht es nicht nur um die
Rückführung und Umwertung von wertlos gewordenem und ausgestoßenen
Kulturprodukten zurück in eine neue Wertenomenklatur. Temporäres Nebeneinander Die Vielfältigkeit
der Dimensionalität lässt sich wie kaum bei anderen Produkten als bei
Müll, Abfall und Fäulnis untersuchen und darstellen. So waren es nicht nur
Form oder Zersetzungsgrad eines Müllobjektes, die bei Kranemann und
BrindlArt das Interesse am Sujet weckten, vor allem war es die temporale
Veränderbarkeit aller Parameter. Translationen Wie in vielen Aktionen bei
Kranemann und BrindlArt ist das Vermischen und die Übersetzbarkeit der
einen Kunstgattung in die andere die Basis des künstlerischen Forschens.
So ist jede Müllperformance eingebettet in einen multimedialen Rahmen: Klangspuren von Müllgeräuschen und Geräuschemüll werden gemischt mit
Kontrastklängen. Parallel zugeführte Synthesizerklangsprachen und Texte
zum Thema Müll, abgelöst von absurden Textpassagen und Müllgedichten,
formen die Gesamtkomposition zu einem akustischen Kunstwerk. Frischhaltefolie mit Anfangsfinder Fragmentarisches Einpacken von Skulpturelementen, Müllteilen und Fäulnisprodukten mit transparenter Frischhaltefolie und Plastikplane sollen nicht Formen betonen oder gar verdecken. Sie soll konservieren, den Verfallsprozess symbolisch aufhalten. Zeitgenössische Kunst fällt in unserer Gesellschaft immer mehr dem konsum- und warenkapitalistischen Denken zum Opfer. Die zarte Folie symbolisiert die Fragilität unserer geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen. Geistige Errungenschaften und Leistungen unserer Kultur dürfen nicht verloren gehen, müssen bewahrt, konserviert werden. Vielleicht ist es heute die Aufgabe der Kunst, dieses zu bewahren um es zum gegeben Zeitpunkt wieder zu entpacken. - Dann müssen wir nur wieder den Anfang finden. Aufmerksamkeit richtet sich auf die multimediale Korrelation Gegensätzlichkeiten, Wechselbeziehungen und Wechselwirkungen, die innere geistige Verbundenheit verschiedenster Stimuli, die von akustischen und optischen Reizen mittels Farbe, Klang und Sprache ausgelösten graduellen Feinheiten, lassen neue Wahrnehmungsmuster in unserem Gehirn entstehen, die ihrerseits neue Impulse auslösen. Die optisch isolierte Präsentation wird vermieden durch das Abspielen einer zuvor komponierten Klang-CD. Das Gesamtkunstwerk wird erst durch die Vor-Ort-Formung evident und real. Die Künstler steigen ein in eine inszenierte künstlerische ästhetisch korrelative Umgebung und der Rezipient wird Teil des Werkes, indem er durch die Akkumulation von visuell und akustisch wahrnehmbaren Reizen in ein Dazwischen-Sein befördert wird. So ist jedes Müllkunstwerk individuell, aber gleichzeitig auch temporär. Der Unterschied zwischen Betrachter und Künstler liegt nur in einer Nuance der Veränderbarkeit des Momentan-IST-Zustandes während der spannungsreichen Aktion. Orte für Müllplastiken – Kumulation Eine Müllplastik zeichnet sich immer dadurch aus, dass sie am falschen Ort auffällt. An einem gesellschaftlich definiert „korrektem“ Ort, wie Müllverbrennungsanlage oder Mülldeponie, finden die verbrauchten Produkte keine Beachtung mehr. Müll und Abfall fallen uns nur dann auf, wenn sie angehäuft auftreten oder an ungewöhnlichen Orten auftauchen. Im Werk von Kranemann und BrindlArt fallen sie umso stärker auf, weil sie scheinbar so klar im falschen Kontext platziert und dabei auch noch akzentuiert sind. Im weiteren Verlauf des künstlerischen Prozesses lassen sich dann nur Elemente des Werkes wahrnehmen, die, wie Müll, wie die Kunst, wie das Leben selbst, auch dem Verfall ausgeliefert ist. Leben, Müll und Kunst vermischen sich.
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