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Das Glossar ist ein Angebot für unsere interessierten Internetseitenbesucher zum besseren Verständnis unserer Texte, Analysen und Beschreibungen.

Zum Teil finden Sie auf unseren Seiten subjektiv interpretierbare kunstwissenschaftliche Begriffe und eigene Wortschöpfungen, deren Entstehung und Nutzung einer näheren Erklärung bedürfen.
 

 
Glossar - Nomenklatur
 
A
 
Abfallkunst

Künstlerische Auseinandersetzung mit unbrauchbar gewordenen Produkten aus unserer Konsumgesellschaft.

Vorwiegend organische Substanzen.
 

abstraktifizieren

immer gegenstandsloser werdend;
Gebrauch in der Malerei

Bsp.: Abrtrakifiziertes Portraitieren / in Düsseldorf

Akzentuierte Klangspitzen = Pointierte Klangspitzen: Abrupt einsetzende, vorwiegend mit dem Synthesizer erzeugte Klänge, die an bestimmten Punkten einer Komposition eingebaut werden;
Automatismus

Spontan ablaufende Umsetzung oder Bewegungsablauf in einem Aktionsgeschehen, ohne vom Bewusstsein oder Willen beeinflusst zu sein.
 


 

Atonal Nicht auf dem harmonisch-funktionalen Prinzip der Tonalität beruhend.

Bsp.: Multimediaperformance "Korrelationen" vor dem Von der Heydt-Museum 2003.

B
 
Bearbeitungsspuren

Klangspuren in einer Komposition, die einzeln gegenüber anderen parallel angelegten Klangspuren eine besondere Beachtung finden und isoliert davon bearbeitet werden.
 

Bildebene Bezeichnung der Malaktionsfläche.
 
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C
   
D
 
Dekonstruktivismus

Erweiterter Gebrauch:
Meint alle zerstörerischen Elemente in künstlerischen Prozessen. Damit ist in den Texten auf der Experimentalkunstseite vorwiegend das unbedachte Verhalten von Bürgern gemeint, die in ungeschützten und unbewachten Bereichen der Öffentlichkeit auftauchende Kunst bewusst zerstören. 

1.Bsp.: Umgeworfene Müllplastik in "72 Stunden Multimediale Kunst" 2003;
 

2.Bsp.: "72 Stunden Multimediale Kunst" - Analyse;
 

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E
 
Endogene Bildmuster

Typisches und individuelles Repertoire an Bildmustern, die ein Künstler im Laufe seiner Entwicklung und seiner künstlerischen Bildung in sich speichert und worauf er bewusst, aber auch unbewusst zurückgreifen kann.
 

Endogener Formenkanon

Eine von einem äußeren Impuls verursachte geistige Antwort  = Idee.
 

Endzustand 

Ein durch den Künstler bestimmter Status oder gewollte Ordnung seines Kunstwerks, das dann nur noch den Umständen und Bedingungen der Umgebung ausgesetzt ist. Der Künstler nimmt nach Ereichung des Endzustandes, den er selbst festlegt, keinen direkten Einfluss mehr auf das von ihm gestaltete Kunstwerk.
 

Environment Künstlerische Gestaltung von Räumen, wobei im Medienverbund verschiedene Materialien benutzt werden, um die Assoziationsfähigkeit und Reflexionsbereitschaft des Betrachters unmittelbar anzusprechen.

Bsp.: Installation: "Schrebergartenkultur" in "72 Multimediale Stunden Kunst" 2003;
 

Experimentalkunst

Mit diesem Terminus soll eine neue Sachlichkeit gekennzeichnet werden, die mit gleicher Exaktheit den Menschen im Vordergrund, wie die verschiedenen Bezugsebenen der materiellen und immateriellen Strukturen im Hintergrund registriert. Das künstlerische Werk in der Experimentalkunst ist eine Umsetzung, und diese Umsetzung und Sprache, die sie annimmt, steht in enger Verbindung mit den Leitvorstellungen, in denen des Denken verläuft. Werke sind als Funktionen und Funktionsrichtungen der Denkmuster anzusehen. Diese Funktionen müssen nicht zwingend an Materie gebunden sein.
Stärker und bewusster als bisher muss der Künstler durch seine Forschungsarbeit alles in Frage stellen. Das heißt, nichts darf vor ihm sicher sein.
 

F
 
Farbklänge

Ausdruck und Wirkung von einzelnen Farben, Farbflächen oder miteinander korrespondierende Farbflächen, die bestimmten Wahrnehmungsmustern unterliegen und besondere (auch synästhetische) Reaktionen hervorrufen können.

Bsp.: Kranemann Installation "Farbklänge und Kangfarben" in "72 Stunden Multimediale Kunst" 2003;
 

Funktion Eine Funktion ist der Ausdruck einer verhältnismäßigen Beziehung zwischen zwei Zuständen.
 
Funktionsrichtung

Funktionsrichtungen sind methodisch veränderbare Bedingungen, die in ihrer Bedeutung und Wirkung von künstlerischen Entscheidungsprozessen und von real vorherrschenden Umständen der Umgebung abhängig sind.
 

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G
 
Gestaltordnung

Elementare Kompositionsstruktur des multimedialen Gesamtkunstwerkes - Malerei, Klang und Sprache.
 

Geräuschemüll

Alltagsgeräusche, Geräuschkulisse oder Lärm, denen wir im Alltag ausgesetzt und ausgeliefert sind.
Bsp.: Autolärm, Industrielärm, Flugzeuglärm, Autobahngeräusche, Eisenbahn, Schienengeräusche, etc .
 

Graubalance (Aus der Farbenlehre kommender Begriff) Komplementärfarbenmischung in feinen Grau- Abstufungen.

Bsp.: Performance "Wo ist der Hase?" in Düsseldorf 2003 - Konzept.
 

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H
 
   
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I
 
   
Iononsphärenmüll

= Äthermüll: Klänge, Musik und Geräusche aus dem Radio-Kurzwellen-Spektrum.
 

J
 
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K
 
Klangexperimente

Experimentelle künstlerische Auseinandersetzung mit Klängen und Geräuschen, Sprache und Musik unter Einbeziehung moderner Misch- und  Aufnahmetechniken.
 

Klangfarben Vibrierende bis schwingende, lang gezogene, von Stakkato bis monoton fortlaufender Permanentklänge.

Bsp.: Kranemann Installation "Farbklänge und Kangfarben" in 72 Stunden Kunst 2003;
 

Klangpaket

Zeitlich begrenzte, langsam oder plötzlich einsetzende Klänge oder Geräusche mit deutlichem Beginn und Ende, die sowohl in seriellen, wie auch in parallelen Kompositionen Anwendung finden.
 

Klangebene Mehrere, nebeneinander existierende, zusammengekoppelte Klangspuren in einer bestimmten Zeiteinheit.
 
Komplementärfarben
Komplementärfarben sind Farbenpaare, die sich im geometrisch abgestuften Farbenkreis gegenüberliegen. Werden sie gemischt, ergeben sie Grau:
Blau - Orange; Rot - Grün; Gelb - Violett;


Siehe auch Performance "Wo ist der Hase?" in Düsseldorf 2003;
 

Komplementärklänge Klänge, Töne, Sprache und Geräusche, die sich in der klangtechnischen Gesamtkomposition gegenseitig ergänzen.
 
Komposition

In der bildenden Kunst die formale Kombinatorik und Anordnung der Elemente eines Kunstwerks.

Ergänzung: Aufbau eines sowohl akustisch-  bildnerischem, als auch theatralisch-gestischem Gesamtkunstwerkes.
 

Konsumkette Fortlaufender Prozess von Produktion (einschließlich Verpackung) bis Verbrauch und Entsorgung eines Konsumgutes.  

Siehe: Analyse Müllkunst;
 

Konträrklänge

oder Gegensatzklänge: Klänge oder Geräusche, die in einer Komposition zur Betonung des Gegensatzes der Symbole oder der gemeinten künstlerischen Aussage eingesetzt werden;
Bsp.: Industrielärm – Vogelgezwitscher, Schienengeräusche – Murmeln eines Baches, ..

Allgem.: aus Gegensätzen können besondere künstlerische Wirkungen gewonnen werden.
 

Kontrastklänge

Klänge, die eingesetzt werden, um andere Klänge, Geräusche oder Töne zu betonen und so gleichzeitig ihre künstlerische Aussage deutlicher zur Geltung zu bringen.

Bsp.: feine Synthesizer- oder Flötenklänge im Hintergrund - Aufschrei im Vordergrund.
 

Korrelationsklänge Klänge, die in Wechselbeziehung zueinander, oder in künstlerischer Beziehung zu den optisch-visuellen Informationen stehen;
Korrelationsklänge werden eingesetzt, um gewünschte künstlerische Aussagen zu bekräftigen.
 
Kraftflächen

Autonome, aber korrespondierende Farb- oder Strukturflächen, die in der bildnerischen Gesamtkomposition prävalieren und bedeutende Funktionszentren ausbilden.

Bsp.: Komposition IV von Kandinsky, in der Performance "Korrelationen".

(Kandinsky beschreibt diese als Gewichtsmassen)
 

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L
 
   
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M
 
Multimediakunst = Mixed Media;
Moderne Kunstform, wobei gezielt unterschiedliche Medien (Text, Sprache, Bilder, Aktionsmalerei, Videoprojektionen, Film, Klänge, Musik,  Computerkunst,...) als Mischform in Abfolge oder gleichzeitig einbezogen werden.
 
Müllperformance Multimediale Inszenierung mit Müll:
In einer zeitlich begrenzten Aktion wird eine Plastik (Skulptur) aus Müllteilen modelliert;
Die Performance wird begleitet von zuvor komponierten Klängen und Texten und einer live-Malerei. 
 
Müllplastik Zusammengefügtes Kunstobjekt von zuvor gesammelten oder gefundenen Müll- oder Abfallteilen.
 
Müllskulptur Dieser Begriff ist eigentlich irreführend, weil nicht ganz korrekt: da eine Zusammenfügung von Materialien (= modellieren) immer eine Plastik ist und somit eine Modellierung einer Plastik mit Müllteilen korrekterweise als Müllplastik zu bezeichnen ist.
 
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N
 
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O
 
Organische Kunstmasse Beinhaltet zusammengefasst alle Personen, die  direkt und indirekt Beteiligte an einem Kunstgeschehen oder einer Kunstaktion sind.

Siehe: "72 Stunden Multimediale Kunst" - Konzept
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P
 
Parallele Klangspuren

Streng nebeneinander herlaufende Klänge oder Geräusche, die sich bei genauerem Hinhören auch isoliert wahrnehmen lassen. Klänge überlagern sich, wie vergleichsweise bei einer "seriellen Klangspur", nicht.
Musik, Geräusche, Synthesizerklänge, aber auch Sprache, werden bewusst parallel sortiert.

Bsp.: Multimediaaktion "Korrelationen" ; Siehe Analyse der Aktion.
 

Performance
 

Gestisch-theatrale Aktion eines Künstlers, bei der das Publikum zusieht und gleichzeitig auch geistig aktiviert wird. 

Eine moderne künstlerische Performance ist eine integrative Kombination von Musik, Theater, bildender Kunst und Medientechnik.

(heute wird der Begriff "Performance" vielfältig gebraucht: Fußballspiel, Bankgewerbe [DAX-Performance], Körperhaltung und Ausdruck in Tanz- und Singvorführungen, ...)
 

R
 
   
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S
 
Rückkopplungsschleife (Eigentlich ein Begriff aus der Hirnphysiologie)
Im Text jedoch auch philosophisch gebraucht Rückkopplungsschleife meint die unzählig gespeicherten Bildmuster und Emotionen, die in unseren Neuronen als elektronische Muster scheinbar chaotisch strukturiert sind. 

Siehe Performance: "Hinter dem Sichtbaren", in der Kunsthalle Barmen;
Schnittfläche

Der Wertekanon größter geistiger, ideologischer, ideeller, sozialer oder künstlerischer Gemeinsamkeiten.
 

Serielle Klangspuren

Bewusst hintereinander liegende Klangspuren in einer Komposition, die sich leicht (kurz) überlagern oder überschneiden können.

Im Gegensatz zu: "Parallele Klangspuren"

Bsp.: Multimediaaktion "Korrelationen" ; Siehe Analyse der Aktion.
 

Strichsprache Durch geplante oder zufällige Anordnung von Strichen in einer malerischen Komposition erwirkte kommunikative Ausdrucksfähigkeit.

Striche lassen sich dann wie Sprache als Zeichensystem eines Kommunikationsmittels   definieren und gezielt einsetzen.

Bsp.: Multimediaaktion "Korrelationen" ; Siehe Analyse der Aktion.
 

Sujet Künstlerisches Thema, Motiv oder Gegenstand eines Werkes oder einer Gestaltung.
 
Symbolik Lehre vom Gebrauch und Einsatz von Symbolen und Chiffren in der Kunst.
 
Synästhesie Wahrnehmungsverknüpfung.
Reizempfindung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen (z. B. Farbwahrnehmung bei akustischem Reiz).

Siehe auch "Korrelationen" - Analyse / Kandinsky;
 

ST
 
   
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T
 
   
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U
 
Umraum

= künstlerische Umgebung = das künstlerisch Umgebende;
Raum, in der sich ausschließlich die Künstler aufhalten, es sei denn, der Umraum, also die Umgebung der künstlerischen Aktion, ist absichtlich so definiert, dass auch der Rezipient Teil der Aktion ist.

Siehe: "72 Stunden Multimediale Kunst" - Manifest

VW
 
Variables Konstruktionsobjekt Ein durch aktives Handeln in seiner Ordnung und Zusammensetzung veränderbares Kunstobjekt.

Siehe im Art-Shop: "Kranemann-Haare";
 

Wertekanon

Gesamtheit der für ein bestimmtes künstlerisches Gebiet oder ein bestimmtes auch temporär bearbeitetes Sujet geltenden Regeln oder künstlerische Vereinbarungen.
 

Wertekontur 

Subjektiver Umriss von systemimmanenten künstlerischen Richtlinien und Rahmenbedingungen.
 

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Z
 
Zustand

Eine von mehreren Entwicklungsphasen eines (multimedialen) Kunstwerks, die alle jeweils eine sowohl bewusst herbeigeführte, oder aber durch Zufall entstandene Veränderung aufweisen.
 

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